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Es wäre noch müssig, darüber zu streiten, ob der Psychotherapeut einen Traum ohne Hilfe des Träumers deuten darf. Ich glaube den Beweis geliefert zu haben und kann es ganz bestimmt behaupten, dass beisielsweise die ganze Todessymbolik im Traume uns bis heute noch unbekannt gewesen wäre, wenn wir an der Methode festgehalten hätten, auf die „beweisenden Einfälle” des Träumers zu warten. Allein Freud, der geistige Vater der analytischen Traumdeutekunst, gewiss die erste Autorität auf diesem Gebiete, hat erst vor kurzer Zeit in einer öffentlichen Vorlesung diese Behauptung wiederholt. Wir kennen die Beharrlichkeit, mit der Freud seine Thesen verteidigt und fühlen uns doch verpflichtet, unseren Standpunkt zu behaupten. Der richtige Psychoanalytiker muss die Sprache des Traumes so kennen, dass er auch ohne Einfall das Traumgewebe durchblicken kann. Das ist leider nicht in allen Fällen möglich. Allein es wird bestimmt soweit kommen, dass wir es imstande sein werden. Ich kann schon heute bei der Mehrzahl der Träume wichtige Schlüsse auf die geheimen Traumgedanken ziehen. Ich hoffe nach einigen Jahren noch weiter zu sein. Und wie gewaltig ist die Hilfe, die ich dabei in der Analyse erhalte! Ich durchblicke den Widerstand, ich durchschaue das lügnerische Spiel, das der Analysierte mit mir treiben will. Oder ich mache auf eine Deutungsmöglichkeit aufmerksam und der Strom der nachfolgenden Einfälle bringt das wichtige Material zutage.
Es gehört grosse Übung dazu, um zu erkennen, dass die Methode, auf Einfälle zu warten, vom Kranken häufig in geschickter Weise ausgenutzt wird, um uns zu hintergehen. Vergessen wir das eine nicht, dass der Kranke uns immer wieder seine Überlegenheit und Unheilbarkeit beweisen will. Und die Assoziationsmethode ist ein wunderbares Mittel, um den Arzt auf Abwege zu leiten, ihn in die berüchtigte Sackgasse der versagenden Einfälle zu bringen, und über ihn zu triumphieren.
Ich hatte einen Kranken, der zu Hause hundert Seiten Einfälle zu einem Traume a