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Meine ersten Mitteilungen über die universell-kriminelle Anlage der Kinder wurde mit begreiflichem Misstrauen aufgenommen. Die Einwände, es gebe kein kriminelles Kind — ein Kind sei eben nur ein Kind mit allen seinen Eigenschaften —, sind nur Einwände gegen eine mangelhafte Nomenklatur, nicht gegen die Tatsachen an und für sich. Ein Kind ist an und für sich weder „polymorph-pervers” noch „universell-kriminell”. Es ist ein Kind. Aber wir geben mit der Bezeichnung kriminell kein moralisches Werturteil. Wir konstatieren nur das Vorhandensein von Triebregungen, die wir beim Erwachsenen als kriminell bezeichnen, die aber beim Kinde offenbar natürlich sind.
Ich halte meine Bekannten an, ihre Kinder genau zu beobachten und die ersten erotischen und kriminellen Regungen genau zu registrieren. Ich gebe im folgenden die Mitteilungen von zwei hochintelligenten Eltern, die beide meine Werke genau kennen und vorurteilslos die Tatsachen mitteilen, wie sie sich ihnen aufgedrängt haben. Der Vater schreibt mir:
„Ich sende Ihnen meine Beobachtungen an meinem Buben Otto, wobei ich mir zu bemerken erlaube, dass die von uns eingeflochtenen Beobachtungen so objektiv als möglich sind.
Die nachfolgenden Schilderungen und zitierten Äusserungen verteilen sich auf einen Zeitraum von 1 ½ Jahren. Gegenwärtiges Alter des Otto K. 5 Jahre.
Bei der Geburt des zweiten Knaben war der ältere 3 ½ Jahre alt und in keiner Weise vorbereitet. So stand er sprachlos verwundert vor dem in seiner Abwesenheit erschienenen Ankömmling, stellte auch nachher wenig Fragen über seine Herkunft, wenngleich er — wie eben aus mancher Äusserung doch hervorging — im Stillen immer wieder über das Problem nachdachte. — Die erste Regung nach dem Staunen war Eifersucht; niemand sollte das Kind ansehen, beachten; alle Aufmerksamkeit sollte sich auch weiterhin auf den Erstgeborenen konzentrieren. In Gedanken war er wohl bereit, den Bruder in Zukunft an seinen Spielen teilnehmen zu lassen und konnte diese Zeit kaum erwarten. In Wirkl