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Nach einleitenden Bemerkungen über den Unterschied zwischen dem Zweifel und der Skepsis betont der Autor die Verwandtschaft des Zweifels mit der Angst. Wie jede Angst in letzter Linie die Angst vor sich selber ist (man vergleiche darüber die interessanten Ausführungen Stekel's in der „Sprache des Traumes” und in den „Nervösen Angstzuständen”) so ist jeder Zweifel in letzter Linie ein Zweifel an sich selbst. Angst wie Zweifel haben den gleichen positiven Gegenwert den Glauben an sich selbst. An instruktiven Beispielen wird die Rolle des Zweifels weiter illustriert: der Zweifel als Kampf zwischen bewussten Abwehrkräften und unbewussten Angriffskräften, der bisexuelle Zweifel und seine verschiedenen Äusserungen, das Schwanken zwischen Glaube und Unglaube, zwischen Hass und Liebe, der Zweifel als Sicherung gegen kriminelle Impulse, dann die Zwangsneurose als Mittel, den Zweifel durch einen Imperativ zu binden und die Angstneurose als Mittel, den Zweifel durch einen negativen Imperativ, durch ein Verzichtleisten zu umgehen. —DerZweifel, schliesst der Autor definierend, istdieendopsychische Wahrnehmung derBipolarität. Es fehlt dem Zweifelnden die monopolare Einstellung vollkommen, er wünscht und fürchtet gleichzeitig die Erfüllung seines Wunsches.
Die Arbeit ist in fast allzugedrängter Kürze gehalten. Durch ihren Gedankenreichtum bietet sie vor allem jedem, der praktisch analysiert, eine Menge interessanter Anknüpfungspunkte.
H. Rorschach, Münsterlingen.