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Ich komme auf diese ausgezeichnete Arbeit zurück, weil sie im Zentralblatte noch nicht besprochen wurde und ich sie für eine der besten Publikationen halte, die wir der Freud schule verdanken. Bjerre schildert in anschaulicher musterhafter
Darstellung, wie er in 40 Stunden (!) eine Paranoia heilte. Auffallend ist die kurze Behandlungsdauer, was ja mit meinen Erfahrungen übereinstimmt, dass man oft in kurzen Behandlungszeiten bessere Erfolge erzielt als durch lange jahrelange Kuren. Auffallend ist ferner, dass Bjerre auf die infantilen Grundlagen, die verschiedenen Traumen, die verdrängte Erotik gar nicht einging und eigentlich ein kombiniertes Verfahren — man könnte sagen — Dubois-Freud anwendete, auch auf Adler's Mechanismen zurückkam und die logische Überredung, die Wucht der Tatsachen benützte. Dieser Fall sollte von allen Psychotherapeuten aufmerksam studiert werden. Er beweist, dass es keine alleinseligmachende Methode gibt und dass — wie ich es wiederholt betont habe — der Arzt heilt und nicht die Methode! Allerdings wäre dieser Erfolg ohne Kenntnis der Freud'schen Forschungen unmöglich gewesen. Allein dadurch unterscheidet sich der wahre Psychotherapeut von dem eingebildeten: der erstere geht die Wege, welche der spezielle Fall von ihm verlangt. Der letztere geht von Voraussetzungen aus und presst das Leben in den Rahmen der vorgefassten Meinungen.
Stekel.