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Aus seiner reichen Erfahrung erteilt der Meister der Psychoanalyse folgende Ratschläge: Man vereinbare mit jedem Kranken zuerst eine Probeanalyse für die Dauer von 1-2 Wochen. Man vermeide die Behandlung von Verwandten, Freunden und Bekannten und ebenso die unentgeltliche Behandlung. Jeder Patient erhält eine bestimmte Stunde, die er auch bezahlen muss, wenn er nicht kommt — schwere Erkrankungen ausgenommen. Die Dauer der Behandlung lässt sich vorher nicht bestimmen, doch brauche die Psychoanalyse lange Zeiträume, etwa halbe oder ganze Jahre. (Das stimmt mit meinen Erfahrungen nicht überein! Ref.) Einzelne Symptome wegzuanalysieren solle man nie übernehmen. Am liebsten seien ihm die Patienten, welche die volle Gesundheit fordern. Auch die Frage der Psychoanalyse der Armen wird abgehandelt und empfohlen, sich für die Psychoanalyse bezahlen zu lassen. Zur Psychoanalyse brauche man eben wie zum Kriege Geld und Geld und wieder Geld. (Durch Abkürzung der Behandlungszeiten und Reduktion der Zeit auf eine halbe Stunde, wie ich es manchmal ausführe, kann man auch dem Mittelstand die Analyse möglich machen. Arme Patienten lasse ich gewöhnlich unter meiner An leitung von Schülern analysieren. Ref.)
Freud lässt die Kranken auf einem Ruhebett liegen und sitzt hinter ihnen. Diese Methode hat einen historischen Sinn als Rudiment der Hypnose und dann verträgt es Freud nicht, sich durch acht Stunden und noch länger (!) von anderen anstarren zu lassen. Über die hohen Kosten der Psychoanalyse macht der Autor eine sehr witzige Bemerkung: „Es ist nichts Kost spieligeres im Leben als die Krankheit und die Dummheit.” Das mag stimmen. Aber ich habe die Beobachtung gemacht, dass die Gesundheit und die Klugheit mitunter viel kostspieliger werden können.
Stekel.