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Der Autor bemüht sich, die Persönlichkeitsphilosophie Bergson's mit den Adler'schen Lehren in Verbindung zu bringen. Nach einer kurzen Wiedergabe der Bergson'schen Theorie werden die wesentlichsten Sätze aus Adler's „Der nervöse Charakter” erläutert, worauf der Versuch gemacht wird, eine einheitliche Theorie aufzustellen, welche beide Ideenrichtungen zusammenfasst. Die Absicht des Autors darf nicht als gelungen hingestellt werden. Die metaphysische Betrachtungsweise Bergson's und die psychologische Methode Adler's mögen zwar einige ähnliche Partialresultate zeitigen, es wird aber kaum gelingen, aus den Gesamtresultaten Beider ein organisches Ganze zu bilden.
Insbesondere wird Bergson's Lehre vom Gedächtnis auf die Verdrängungslehre Freud's und diese wieder auf die Theorie vom Persönlichkeitsideal Adler's angewendet. Man liest manche interessante Gedanken, man hat den Eindruck einer geistreichen Lektüre, niemals aber den eines zwingenden Zusammenhanges. An einer Stelle erwähnt der Verfasser selber, dass sich seine Auffassungen auch auf die James Lange'sche Theorie der Gemütsbewegungen stützen können; ähnliches lässt sich auch an vielen anderen Stellen sagen, wo nicht durch den aphoristischen Charakter des Vorgebrachten a priori die wissenschaftliche Beweiskraft mangelt.