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In einem Aufsatze „Die Verpflichtung des Namens”, der in der „Zeitschrift für Psychotherapie und med. Psychologie. Bd. III. Heft 2” erschienen ist, wies Stekel auf die interessanten Zusammenhänge zwischen dem Namen und der Berufswahl hin. Er konnte sogar Beziehungen zwischen Neurose und Namen nachweisen. So berichtete er über den Fall eines jungen Mannes, der an Zwangsvorstellungen litt. „Wenn ich Pakete zähle — so lautete die Klage des Patienten — so bin ich nie meiner Sache sicher. Ich weiss nicht, ob die Zahl richtig ist. Ich bin immer unsicher. Nie sicher!” „Wie heissen Sie?” fragte Stekel. Nun und die Antwort lautete: Ich heisse „Sicher”1). Solche Zusammenhänge, die nach dem treffenden Ausdrucke von Abraham die „Determinierende Kraft des Namens” beweisen, könnte man an sehr schönen Beispielen belegen. Stekel wollte nicht beweisen, dass der Name die alleinig ausschlaggebende Kraft hatte. Aber dass der Name wiederholt eine Rolle spielt, wird kein einsichtiger Psychoanalytiker bestreiten können.
Der Name eines Menschen ist wie sein Schatten. Er begleitet ihn durchs ganze Leben. Er ist in unzertrennlicher Verbindung mit ihm, ja geradezu ein Stück von ihm und doch, wenn man es genau nimmt, nur ein Hauch, ein Nichts. Zeitweise kann der Mensch seinen Begleiter verbergen: was dem Schatten die Nacht, ist für den Namen das Inkognito. Aber wie der Tag die Nacht verjagt und man nicht in die morgende Sonne treten kann, ohne den Schatten sichtbar zu machen, so kann auch der Name nicht verhohlen werden, wenn der Mensch in die Öffentlichkeit tritt. Und wie man sagt, dass grosse Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, so eilt den berühmten Männern ihr Name voraus wie ein Herold; nur zu oft ist der Name grösser als sein Träger, so wie bei schiefer Beleuchtung auch der Schatten eines kleinen Männchens riesenhaft werden kann; daran ist eben die schiefe Beleuchtung schuld…. Wenn endlich der Mensch stirbt, da sterben meist auch der Schatten und der Name. Der Bedeutende freilich, der s