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Einen tiefen Einblick in das Entstehen erotischer Regungen bei Kindern bringt der folgende Brief, den ich in diesen Tagen erhalten habe.
Erst heute komme ich dazu Ihnen von dem Ergehen meiner Kleinen zu berichten, was ich um so lieber tue, als ich hauptsächlich Gutes sagen kann! Mädi ist für ihre zwei Jahre eine kräftige kleine Person und auch in geistiger Beziehung ihrem Alter eigentlich voraus. Leider fehlt es ihr bei unserem Wanderleben an Spielgefährten, nach denen sie anscheinend grosses Verlangen hat. Neulich begegnete uns auf der Treppe ein kleiner 3 ½ jähriger Türkenjunge, der auch hier im Hôtel wohnt. Er hat auf Mädi grossen Eindruck gemacht, denn sie sprach den ganzen Tag nur von „Bubi” und „Bubi sehen” war ihr. drittes Wort. Nachmittags trafen sich die beiden Kinder auf dem Korridor, wobei der kleine Türke Mädi galant die Hand küsste und sie ihn freudestrahlend streichelte. Sie kam gleich zu mir gelaufen und erzählte mir alles sehr lebhaft. Auf meine Frage: „Wie sieht denn der Bubi aus, ist er lieb?” antwortete Mädi mit Überzeugung „er hat schöne Haare”. Sie war ganz erfüllt von ihrem kleinen Abenteuer und verlangte stürmisch, dass man sie aus dem Zimmer heraus liesse. Sie lief dann laut „Bubi, Bubi” rufend den Korridor entlang und stellte sich vor die Tür, wo der kleine Junge wohnte. Er schlief aber und die Enttäuschung war gross. Da Mädi sich nicht beruhigte, liess ich den kleinen Türken bitten sie zu besuchen. Er kam auch und es ging wieder sehr zärtlich zu. Sie küssten sich und spielten nett zusammen, obgleich der Kleine kein Wort Deutsch sprechen kann.
Ungefähr gleichzeitig mit diesem Erlebnis haben sich bei Mädi Zeichen von Angst gezeigt. Mitten aus dem Spiel heraus kommt sie mit erschreckten Augen, wie aus einem bösen Traum erwacht, angelaufen „Habe Furcht, habe Furcht!” Nach längerem Fragen, wovor sie denn eigentlich Angst habe, antwortete sie: „Fürchte mich vor Auto!”
Das hat sich nun in der letzten Zeit ohne sichtbare Veranlassun