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In Karin Michaelis Roman „Treu wie Gold”, finden sich einige für uns interessante Stellen.
„Und doch konnte sie sich nicht dazu bequemen, ihn mit ihren Lippen zu berühren. Sie strich ihm leicht mit ihrer Hand über die Stirn und huschte davon.
In ihrer Handfläche fühlte sie noch immer die angeschwollene Stirnader. Sie empfand plötzlich eine beklemmende Angst bei der Vorstellung, dass die Ader platzen könnte, wenn sie wieder einmal so schwellen sollte, und dass dann sein heisses Blut herausströmen musste.”
Später, als die Heldin von der Reise zurückgekehrt ist und sich schwanger fühlt, träumt ihr:
„Dass sie wieder auf den Boden des Schiffes stünde, trippelnd, um die Ratten fernzuhalten. Auf einmal konnte sie sich nichtmehrrühren, und sie fingenan, an ihren Beinen hin aufzukriechen. Sie wollte schreien, aber sie war stumm. Höher hinauf krochen die Tiere, unter ihre Kleider, in ihr Haar, in ihre Brust hinein und da sogen sie sich fest, und das Blut tröpfelte und fiel als rote Träne auf den Fussboden.” —
Gleich nachher hat sie folgenden Traum:
„Sie stand auf dem Deck der „Luna”, es war Nacht. Draussen auf dem Wasser kam ein kleines Boot gerudert. Der Vater sass darin mit einem Mädchen auf dem Schoss. Sie hatte einen roten Stiefel an dem einen Fuss und einen goldenen an dem anderen. Der Mond schien darauf. Der Vater enterte die Fallreeptreppe, während das Mädchen auf seinen Schultern ritt. Regine (die Träumerin) wollte rufen: „Vater!” War aber wieder stumm. Und sie verschwanden in die Kajüte hinab. Da wurde sie so traurig, dass sie sterben wollte. Aber als sie sich so ganz leise über Bord gleiten lassen wollte, wurde sie von hinten von dem Koch (ih rem Verführer) erfasst: „Wie lange soll ich da liegen und warten!” Und sie musste mit ihm gehen, während sie wusste, was in der Kajüte ihres Vaters vor sich ging…. Plötzlich stand der Vater vor ihr, seine Augen waren rot wie Blut: „Du weisst was ich gesagt habe!” Sie nickte und erwachte.
Der letzte Traum soll eine kleine Analyse begle