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In einer russischen Zeitung kam mir vor kurzem folgende Notiz vor Augen: „Ein Fall von überraschender Grausamkeit infolge von Trunkenheit fand im Gute K., in der Nähe von Ribinsk, statt. Der 34 jährige Arbeiter Iwanoff fing mit einem anderen Arbeiter, namens Miropolsky, einen Streit an, indem er ihm beweisen wollte, dass ‘es auf der Welt keinen Gott gäbe’ …. Daraufhin legte er sich schlafen. Diese Situation ausnützend, nahm Miropolsky ein Beil und fing an, dem schlafenden Iwanoff solange Schläge beizubringen, bis er ihn im wahren Sinne des Wortes zerstückelt hatte. Iwanoff wurde ins Spital gebracht. Bei der Untersuchung wurden 26 Wunden gezählt. Ein Arm und ein Bein abgehauen, einige Körperteile stellten eine formlose Masse vor. Der Mordtäter, der 80 jährige Greis Miropolsky, ist verhaftet.”
Die wichtigsten Punkte, auf denen die Aufmerksamkeit beim Versuche einer psychoanalytischen Erforschung des beschriebenen Falles haften bleibt, sind: 1. der „Excessus in Baccho”, 2. die Bemühung Iwanoffs, Miropolsky zu beweisen, dass „es auf der Welt keinen Gott gäbe”, 3. das vorgeschrittene Alter Miropolsky's und 4. endlich die eigentliche Art des Mordes, welche den hohen Grad der Affektivität im Momente der VerÜbung der verbrecherischen Tat zeigt.
Man sollte wohl annehmen, dass bei keiner kleinen Zahl der Leser, die dieser Zeitungsnotiz, in Petitschrift gedruckt, Beachtung geschenkt hat, das Gefühl der Verblüffung aufgetreten ist: worin ist der Sinn, wo ist der Trieb, was für Gefühlsmotive sind es, die zur Verübung eines solch „grausamen” Mordes geführt haben? Weiter, weshalb von seiten des 80 jährigen Greises eine solche Wut, wie sie in den Details des Mordes zum Vorschein gekommen ist? Sollte wirklich nur der Alkoholrausch der Hauptgrund des Verbrechens sein? Es macht einen sonderbaren Eindruck!
Freilich ist uns Miropolsky's Biographie nicht bekannt, jedoch kann man annehmen, dass er im Verlaufe seines langen Lebens niemand getötet hat (andernfalls wäre in der Zeitungsnotiz dar