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Otto X., ein jetzt 21 Jahre alter Kaufmann, erinnert sich folgenden Traumes aus seinem 7. oder 8. Lebensjahre.
Er befindet sich auf Besuch im Hause seines Grossvaters, des Vaters seiner Mutter, und unterhält sich mit diesem. Plötzlich dringen wilde Tiere (Löwen, Tiger, auch Affen) ins Zimmer. Er will fliehen, was ihm auch fast gelingt. Er will die Türe hinter sich ins Schloss werfen, da zwängt sich ein Tiger durch den Spalt und bleibt dort, da Otto die Tür krampfhaft festhält, eingeklemmt. Nun erwacht Otto unter Angstgefühl.
Ergebnis der Analyse:
Otto hat in seiner Kindheit inzestuöse Neigungen zur Mutter gehegt. Das Haus des Grossvaters ist das jungfräuliche Heim der Mutter, in dem wohl viele Bewerber um die Hand der Mutter ein- und ausgingen; in der Traumsprache sind dies die wilden Tiere, die das Objekt der Liebe Otto's rauben wollen und ihn dadurch beunruhigen. Allen vermag er zu entfliehen, nur einem nicht, der ihn immerfort bedroht, dem es gelingt, ihm gegenüber in bevorzugter, mächtiger, Angst einflössender Stellung zu verharren; dies ist nämlich der letzte der Bewerber, sein Vater, in dem er den Nebenbuhler erkennt.
Die Malschülerin Luise Y., 23 Jahre alt, erzählt folgenden Traum.
Beim Essen beisst sie sich einen Hinterzahn aus. Sie isst weiter und hat dasselbe Missgeschick mit einem Vorderzahn, der allerdings nicht wie der erste gleich aus dem Munde fällt, der aber doch so locker geworden, dass sie ihn mit einem leichten Ruck zu entfernen vermag, was sie auch tut.
Ergebnis der Analyse:
Luise ist zahnfetischistisch veranlagt. Der Zahn vertritt daher bei ihr symbolisch das Objekt ihrer Liebe. Vor einigen Jahren hatte sie ein Freundschaftsverhältnis zu einem jungen Manne, das bald erotische Formen annahm. Streitigkeiten, deren Ursachen meist auf ethischem Gebiete lagen, führten zur Trennung. Das erste intensiv geliebte Objekt war ihr somit verloren gegangen; sie hatte es „ausgeschlagen”. Jetzt empfindet sie erotisch für ihren Lehrer. In letzter Zeit wurde oft ihr