You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich habe in meinem Buche „Die Träume der Dichter” einige sehr interessante Beispiele mitgeteilt, wie die Dichter in schweren Krankheiten von dem Tod träumen und sich ein Jenseits vorstellen. Besonders die Träume von Viktor Blüthgen, I. I. David und Strindberg sind von grossem psychologischem Interesse. Wie leicht kann ein abergläubisch Gemüt das Spiel der eigenen Phantasie für Eingebungen höherer Mächte ansehen! … Ich bin nun in der Lage, den Traum einer 84 jährigen mit dem Tode ringenden Dame mitzuteilen. Die Kranke fiel in eine tiefe Ohnmacht, aus der sie die Bemühungen der Ärzte retteten. Sie erzählte, sie hätte folgenden Traum gehabt:
Ich fiel auf die Erde und zuckte da unten jammernd wie ein Wurm. Ich lag vor einer weit geöffneten dunklen Pforte. Auf der anderen Seite sah ich eine herrliche grüne Wiese, die von der Sonne hell beschienen war. Viele Verstorbene sah ich dort. Sie tanzten fröhlich einen Reigen. Ich sah auch meine verstorbene Mutter und die selige Schwester. Sie versuchten, mich zu sich hereinzuziehen, aber so sehr sie sich bemühten, es gelang nicht. Ich fühlte ihre übermenschliche Anstrengung und — erwachte.
Charakteristisch ist, dass alle diese Träume das Jenseits sehr friedlich schildern, also ausgesprochene Wunscherfüllungen und Trostträume sind.