You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Autor, der schon in früheren Arbeiten erfolgreich bestrebt war, biologische Fragestellungen auf psychologische Probleme anzuwenden, untersucht in dieser äusserst anregenden Arbeit das „Wozu” des Traumes. Er anerkennt die von Freud gefundene Primärfunktion des Traumes als Hüter des Schlafes. Aber seine Beobachtungen bei Traumanalyse Gesunder und Kranker nötigten ihn zu einer Annahme weiterer Funktionen des Traumes sekundärer Art. „Es ist Beobachtungstatsache, dass die Träume eines Menschen während einer bestimmten Zeit seines Lebens mit den unerledigten Fragen (speziell mit dem Konflikte) dieser Epoche beschäftigt sind, und zwar bei Gesunden wie bei Kranken. Die Psychoanalyse zeigt, dass die einzelnen Träume einer bestimmten Periode häufig nur Variationen desselben Motivs sind und eine bestimmte Lösung des Konfliktes in verhüllter Form enthalten. Manchmal lässt sich nachweisen, dass eine Zeitlang nach dem erfolgten (noch unanalysierten) Traume ein realer Entschluss (oder eine Handlung) in der bisher unerledigten Frage vom Träumer im Wachen gefasst wird, ein Entschluss, welcher durch nachträglich vorgenommene Analyse der Träume nachweisbar der im Traume angegebenen Lösung entspringt.” Aus vielen Träumen von Gesunden und Kranken sind Tendenzen nachweisbar, welche erst später das Handeln und Deuten des Träumens manifest konstellieren. Diese Träume verhalten sich wie Vorübungen, Vorbereitungen zur späteren Wachtätigkeit.” Zu dieser Sekundärfunktion des Traumes findet der Autor hübsche, bestätigende Parallelen in der biologischen Auffassung des Spieles in den Arbeiten des Freiburger Psychologen Groos und des Amerikaners Carres. Diese Autoren betrachten das Spielen nicht unter dem Gesichtswinkel einer Erholung, sondern sie sehen darin eine vorbereitende Übung auf das ernste Leben. Nach Carres ist das Spiel noch von grosser biologischer Wichtigkeit dadurch, dass es dem Organismus die Reize liefert, die zum Wachstum der Organe, hauptsächlich auch des Nervensystems, notwe