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Stekel berichtet über 2 Fälle, in denen nicht die Onanie, sondern das Aufgeben der Onanie zur Neurose führte. Den Psychoanalytiker, der sich von der Freud'schen Lehre noch nicht allzu weit entfernt hat, wird diese Tatsache keineswegs befremden. Das Aufgeben der Onanie geht Hand in Hand mit der Verdrängung von Sexualtrieben, die bei neurotisch disponierten Individuen ebensowenig ohne Folgen bleiben wird wie der Versuch, eine der betreffenden Person adäquate perverse Sexualbetätigung durch normalen Geschlechtsverkehr zu ersetzen. Ob Stekel recht hat, wenn er der Onanie selbst gar keine ursächliche Bedeutung bei der Entstehung nervöser Erscheinungen beimisst, mag dahingestellt bleiben; beipflichten wird man ihm sicher darin, dass die grosse Rolle, die ihr von vielen Seiten für die Ätiologie der „Neurasthenie” zugeschrieben wird, ihr nicht zukommt. Von wesentlich grösserer Bedeutung ist der Hinweis Stekels, dass es Menschen gibt, die sich die Onanie nicht abgewöhnen können, „weil sie die einzige mögliche Form der Befriedigung ihrer Triebrichtungen darstellt”, während die Notonanie stets leicht und ohne Kampf aufgegeben wird. Es verhält sich mit der Onanie eben nicht anders wie mit der Homosexualität, es gibt echte Homosexuelle und solche, für die der homosexuelle Verkehr nur ein Auskunftsmittel ist, solange der heterosexuelle aus irgendwelchen Gründen unmöglich ist. Ebensowenig wie echte Homosexuelle sind echte Onanisten auf das „normale Geleise” zu bringen. Diese Menschen zum Aufgeben der Onanie zwingen zu wollen, ist, wie Stekel sagt, zum mindesten grausam und überflüssig. Es ist zweifellos auch ein Verdienst, dass er in so entschiedener Weise gegen die „Onaniestaatsanwälte” vorgeht, die mit ihrer Abschreckungstheorie nie Nutzen, häufig genug aber Schaden stiften. Man mag sich zur Frage der Schädlichkeit der Onanie stellen wie man will, unter allen Uniständen wird man zugeben müssen, dass sie nicht zu den Gefahren gehört, die eine öffentliche Aufklärung in populär geh