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Es ist ein erfreuliches Zeichen, wenn sich die Psychiater entschliessen, ihre Abneigung vor der philosophischen Psychologie aufzugeben und die Philosophen zu studieren; denn das lässt hoffen, dass aus ihren Werken endlich die psychologischen und erkenntnistheoretischen Unmöglichkeiten verschwinden werden, die jetzt so häufig den Philosophen zur Verzweiflung bringen können. Allerdings stellen wir uns den Weg, der zu dem erwünschten Ziele führt, etwas anders vor als den, welchen die vorliegende Arbeit geht. Denn so interessant und lehrreich auch die vergleichende Gegenüberstellung der Ansichten Wernickes und der Psychoanalytiker Freud'scher Richtung einerseits und Schopenhauers andererseits über einzelne Probleme der Psychopathologie sein kann — wofür ja diese Arbeit Zeugnis ablegt —so wäre es doch vor allem anderen wichtig, eine gemeinsame Grundlage festzustellen, von der aus Philosophen und Psychiater betrachtet werden können. Eine solche scheint uns besonders in den Ansichten über das Wesen der Persönlichkeit gegeben zu sein, da die Psychiater es ja meistens mit pathologischen Veränderungen der Persönlichkeit zu tun haben.
Was nun Schopenhauer insbesondere anbelangt, so zeigt Juliusburger bei ihm durch geschickte Auswahl von Zitaten eine Antizipation Freud'scher Lehren über die Rolle der Sexualität in der Entstehung des Wahnsinns, über Verdrängung und Flucht in die Krankheit etc.
Schrecker.