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Die Entwicklung des bekannten Glaubens der Neurotiker an die „Allmacht der Gedanken” wird auf den Aufenthalt im Mutterleib zurückgeführt. „Alles Sorgen um den Fortbestand der Leibesfrucht ist der Mutter übertragen. Wenn also dem Menschen im Mutterleibe ein, wenn auch unbewusstes Seelenleben zukommt — und es wäre unsinnig, zu glauben, dass die Seele erst mit dem Augenblick der Geburt zu wirken beginnt — muss er von seiner Existenz den Eindruck bekommen, dass er tatsächlich allmächtig ist. Denn was ist Allmacht? Die Empfindung, dass man alles hat, was man will, und man nichts zu wünschen übrig hat ……”
Der Hypothese Federn's von der Entstehung des Sadismus aus Spaunungsgefühlen im Phallus schliesst sich diese neue phantastische Erfindung des sonst so klugen ungarischen Forschers würdig an. Wie in aller Welt konnte er zu so einer Anschauung kommen? Wir kennen die Mutterleibsphantasie nur im Bilde eines Kerkers, einer Fesselung, eines Gebundenseins. Wenn man von einer „Ohnmacht der Gedanken” sprechen darf, so ist es die Situation des Kindes im Mutterleibe. Oder hat Ferenczi die Absicht, die Analyse bis zu der Erinnerung an die Zeit des Fötallebens zurückzuführen? Und was soll man von solchen Hypothesen sagen, wie die folgende? „Der erste Schlaf aber ist nichts anderes als die gelungene Reproduktion der vor Aussenreizen möglichst schützenden Mutterleibssituation.” Ja, woher hat der Autor diese Kenntnis? Ich denke, wir haben uns in der Psychoanalyse lange genug auf dem schwankenden Boden hypothetischer Libidobesetzungen bewegt und brauchen dringend etwas Realität in der Forschung. Sehen, beobachten, sammeln, und seine Schlüsse ziehen. Ich muss da an das schöne Wort von Marcinowski erinnern: Ein gut beobachteter Fall wirft alle Theorien über den Haufen.
Die weiteren Bemerkungen des Autors, dass der Glaube an die Allmacht auf die infantile Zeit zurückgeht, da eine fehlerhafte Erziehung den Kindern diesen Glauben bestärkte, sind sehr treffend, aber nicht mehr neu.
Stekel.