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(Der grossnasige Held, als Werber für die Liebe eines andern.)
… Auf eine ganz merkwürdige Weise aber kam die Gestalt zu jenem charakteristischen und schönen Zuge, dass der grossnasige Held der Freiwerber für die Liebe eines anderen wird. „Ich verbrachte”, so erzählte Rostand, „in einem Sommer meine Ferien in Luchon. Einer meiner Freunde war in eine junge Dame verliebt, mit der er sich verloben sollte. Aber in Gesellschaft des jungen Mädchens war er immer so bedrückt und verlegen, dass er kaum ein Wort stammeln konnte. „Willst du mir helfen?” kam er eines Tages zu mir. „Willst du für mich mit meiner Braut, mit ihrer Familie sprechen?” Ich ging darauf ein. Mehr noch! Ich instruierte meinen Freund. „Tue dies! Unterlasse jenes. Sprich so …”
Eines Tages traf ich den Vater der Braut. Wir plauderten den ganzen Weg entlang. Plötzlich sagte mein Begleiter zu mir: „A propos! Wissen Sie, dass Ihr Freund durchaus nicht so dumm ist!” Ich war hochbeglückt für meinen Ereund. Und da kam es plötzlich in mir auf, das Problem! Der, der für den andern spricht …. Die Gedanken flogen mir zu. Sie reihten sich aneinander. Ich dachte: „Wenn ich nun auch in dieses junge Mädchen verliebt wäre … Und … Und wenn ich hässlich wäre, missgestaltet? … Ah! Wie Cyrano …”
Das war der Lichtstrahl, der mich durchzuckte. Cyrano war gefunden. Mein Cyrano hatte Gestalt angenommen. Ich hatte ihn nur noch zu schreiben.
Birstein.
Ad hoc! Hier scheint recht deutlich das prinzipielle Problem der Neurose aufgedeckt zu sein und zwar als eine unterbewusste Losung: „Strebe nach Macht, erreiche den Sieg, aber unter bestimmter Bedingung — der ev. Niederlage („Furcht vor der Frau”, Adler) ausweichen zu können.” Deshalb die indirekten, tastenden, zögernden, neurotischen Symptome des gehemmten Aggressionstriebes, der das passive Verhalten in einer konstruierten Souffleurrolle dem Cyrano, die einzige Möglichkeit fürs Handeln in der Richtung seines neurotischen Charakters zur Verfügung stellt.
B.