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Zürich, den 18. April 1913.
Sehr geehrter Herr Redaktor!
Ich bitte Sie freundlich, folgende Mitteilung in Ihre Zeitschrift aufzunehmen, um einen betreffs einer Arbeit von mir sich verbreitenden Irrtum aufzuklären.
In letzter Zeit ist mir von verschiedener Seite, zuletzt offiziell von Herrn Wexberg, Sekretär der Vereinigung für freie psychoanalytische Forschung, mitgeteilt worden, dass in Wien im Kreise des Herrn Dr. Adler angenommen wird, meine im Jahrbuch für psychoanalytisch Forschung (IV. Bd. II. Hälfte) erschienene Arbeit „Über die Traumfunktion” sei die Entwicklung von Gedanken, welche Dr. Adler vor mir veröffentlicht habe. — „Wir hielten es nicht für angängig, den Angriff gegen Sie, der in unserem Kreise erfolgt ist, Ihrem Wissen zu entziehen etc.” heisst es in diesem offiziellen Briefe, in welchem mir das „Plagiat” unter geschoben wird.
Zuerst muss betont werden, dass tatsächlich eine ausgesprochene Übereinstimmung zwischen der Adler'schen Auffassung der vorausdenkenden Funktion des Traumes und der meinigen des Vorübungswertes des Traumes besteht. Ich verdanke dem Sekretär obiger Vereinigung eine übersichtliche Parallele der einschlägigen Stellen in den Arbeiten beider Autoren, Welche in dieser Hinsicht sehr überzeugend wirkt. — Zweitens stimme ich den „Augreifenden” bei, wenn sie behaupten, dass meine angeführte Arbeit (im Jahrbuch) lange Zeit nach dem Buche Dr. Adler's erschienen sei. Dr. Adler's Buch „Über den nervösen Charakter”, welches die Hauptstellen über die Traumfunktion enthält, erschien im Mai 1912, während mein Aufsatz erst im Februar 1913 veröffentlicht wurde. Es steht auch fest, dass Dr. Adler im Jahre 1911 eine Bemerkung über die Traumfunktion in einer Fussnote seines Aufsatzes: „Beitrag zur Lehre vom Widerstand” geschrieben hat, welche mir allerdings damals entging. Dieser Aufsatz ist in der 4. Lieferung des Zentralblattes (I. Jahrgang) erschienen, ich schätze das Datum des Heftes auf März 1911, da dieses die Sitzungsprotokolle der Psych. Vereini