You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zufälligerweise hatte ich Gelegenheit, mit einer verhältnismässig grossen Zahl von intelligenten und gebildeten Japanern in Europa zusammenzutreffen. Ich wohnte in demselben Haus, das von ihnen seit langem bevorzugt wurde, und so war ich imstande, durch Beobachtung ihrer intimen Lebensweise zu einigen, wohl noch spärlichen, psychologischen Folgerungen zu kommen.
Die Motive, die mich veranlasst haben, über dieses Thema zu sprechen, bestanden hauptsächlich darin, zeigen zu wollen, dass dieselbe psychische Konstellation, die wir aus Adler's Studien über Organminderwertigkeit1) kennen, und die bei einzelnen Individuen zur gesetzmässigen Verfassung des Charakters führen muss, sich auch im seelischen Geschehen einer ganzen Nation finden lässt.
Tatsächlich ist die Meinung verbreitet, dass die Männer japanischer Rasse einen im Vergleich mit Europäern kleineren Penis haben. Um diese Vermutung auf ihre Wahrheit zu prüfen, habe ich einmal mit einem japanischen Arzte die Frage sehr vorsichtig berührt. Der wissenschaftlich gebildete Kollege bestätigte mir sehr aufrichtig meine Vermutung.
Infolgedessen glaubte ich annehmen zu dürfen, dass das äussere Milieu des japanischen Lebens, das an und für sich so seltsam erscheint, einer spezifischen Determinierung unterworfen ist und zwar in der Richtung der Kompensation des durch das minderwertige Organ (den kleinen Penis) ausgelösten Minderwertigkeitsgefühls. Wie bekannt, trägt in Japan das gesamte Interieur, das ganze Tun und Treiben, die Betätigung in Kunst und Beruf etc. einen ausgesprochenen Miniaturcharakter. Das Land ist