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Der Autor gibt einen kurzen gedrängten Überblick über seine bekannte Methode. Er führt jetzt alle Erscheinungen der Psychoneurosen auf Gemütsbewegungen zurück, wodurch die Patienten in die verhängnisvolle Spirale kommen, da die Gemütsbewegungen Funktionsstörungen hervorrufen und die Funktionstörungen wieder das Gemüt beeinflussen.
„Welchem Umstande verdanken die Psychoneurotiker ihre oft betonte gesteigerte Affektivität? Viele Forscher scheinen geneigt, diese Eigentümlichkeit einer krankhaften Reizbarkeit des Nervensystems zuzuschreiben. Eine solche Annahme wäre trostlos, denn wir kennen kein Mittel, welches imstande ist, diese physiologische Überempfindlichkeit zu mildern, es sei denn, dass man dem Brom, dem Baldrian, den lauwarmen Bädern und ähnlichen Prozeduren eine grosse Wirkung zuerkennt. Ich suche die Günde für diese Affektivität viel höher, in der Kortikalschicht des Frontalhirns, ja noch höher, in der Seele, d. h. in den psychologischen Gehirnfunktionen, die man als Bewusstseinserscheinungen bezeichnet, und welche für den Psychologen ein Rätsel geblieben sind. Die erhöhte Affektivität beruht, meiner Ansicht nach, auf einem unrichtigen Werturteil, welches den Menschen dazu bringt, Gefahren, im weitesten Sinne des Wortes, da zu erblicken, wo die Andern keine sehen oder sie nicht so hoch einschätzen. Die Psychoneurotiker sind durchweg Pessimisten, welche das Unangenehme im Leben „überwerten”, während sie das Gute meist „unterwerten”. Der geistreiche Alphonse Karr hat gesagt; „Es gibt Menschen, welche stets Rosen unter den Dornen finden; andere finden nur Dornen unter den Rosen.” Unsere grossen und kleinen Psychopathen gehören wohl zu den letzteren.”
Dubois versucht aber mit der Dialektik, mit einer Methode, die er als sokratische bezeichnet, den Patienten zu einer „Umwertung aller Werte” zu bewegen. Er beschreibt die verschiedenen Typen der Neurosen, die Neurasthenie, Hysterie und Psychasthenie (Phobien, Zwangsgedanken), welche letztere Krankheit den rationellen