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Diese vierte der Arbeiten über die psychotherapeutischen Bestrebungen der Gegenwart, stellt gewissermassen eine Kritik aller Methoden dar. Isserlin nimmt zuerst gegen die dialektische Methode von Dubois und Déjérine Stellung.
„Die Persuasion als ausschliessliche therapeutische Methode steht und fällt mit der Behauptung, dass alle psychoneurotischen Symptome intellektuell bedingt, letzten Endes „Denkfehler” seien. Eine oberflächliche Prüfung sollte genügen, um zu zeigen, dass diese Anschauung nicht zutreffen kann. Zweifellos sind auf dem hier erörterten Gebiet die unabhängigen Gefühls- und Willensstörungen sehr viel zahlreicher, als die auf irgendeine „Intelligenzstörung” gegründeten. Die Kranken haben oft die allereindringlichste Einsicht in ihr Leiden (von dem Unbewussten im Sinne Freuds sehen wir vorerst ab), sie kommen sich selbst vor wie die Besessenen (z. B. die Zwangsvorstellungskianken), gerade weil ihnen alles Wissen nichts nützt. Ihnen könnte also auch Persuasion als blosses Belehren kaum etwas Nutzbares bringen. Wenn Dubois und Déjérine trotzdem Heilerfolge haben, so liegt das daran, dass die Praxis anders aussieht, als die Theorie es will, dass die Persuasion nicht nur belehrt, sondern zugleich eine unmittelbare Einwirkung auf das Gefühls- und Willensleben hat, dass der behandelnde Arzt nicht nur „demonstriert”, sondern vor allem zugleich „beruhigt”, „ermuntert”, „anfeuert”, „belebt” usw. — und auch in nicht geringem Masse ungewollt suggeriert.”
„Damit ist freilich das Verdienst der Persuasion um den Ausbau der Psychotherapie nicht geschmälert. Vielmehr ist ihr Anteil an der Rationalisierung der gesamten Psychotherapie, an der Gestaltung dieser zu einer der Pädagogik ähnlichen Disziplin ein sehr erheblicher.”