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In einer ungemein fesselnden Art spricht hier Stekel darüber, wie sich die Menschen vor sich selbst maskieren und wie die Erotik sich häufig hinter körperlichen Beschwerden verbirgt.
Wenn man auch mit der sittlichen Forderung des Autors („Es ist unsere Pflicht, diese Masken herunteizureissen”) nicht übereinstimmt und es etwa bei den weniger radikalen Worten Schnitzlers: „Wir spielen immer wer es weiss, ist klug!”, bewenden lässt, so muss Stekel rückhaltslos zugebilligt werden, dass er in diesem Aufsatze dem Leser eine ganze Reihe wertvollster geistiger Anregung bietet. So seine, von ihm bereits in einem speziellen Werke („Die Träume der Dichter”) des Näheren ausgeführte Ansicht, den Neurotiker als „Rückschlagserscheinung” gleich dem Verbrecher und Künstler aufzufassen, der durch sein überwucherndes Triebleben immer wieder in Konflikt mit der Umgebung gelangt; oder seine Meinung, dass die (nach Freud) polymorph-perverse Anlage des Kindes auch späterhin sich nicht verliere, bzw. völlig sublimiert werden könne und demzufolge auch im Normalmenschen ein gutes Stück „perverser” Anlage bleibe, die sich entweder durchsetzt oder aber maskiert und so dem Bewusstsein verschleiert bleibt. Hierher gehört der Typus des moralisch entrüsteten Sammlers von unsittlichen Bildern und Büchern, welcher (trotz aller sittlichen Entrüstung!) sich mit diesen Dingen doch gerne beschäftigen muss. „Ob man sich positiv als „Erregter” oder negativ als „Entrüsteter” betätigt, die Tatsache bleibt bestehen, dass man sich mit der Sexualität beschäftigt.”
Wenn Stekel Juliusburgers Arbeit „Zur Psychologie des Alkoholismus”, in welcher der Alkoholmissbrauch auch auf die homosexuelle Anlage des betreffenden Individuums zurückgelührt wird, in zustimmender Weise zitiert (Gemeinsames Trinken in den Gasthäusern, Verbrüderungsszenen, Flucht vor dem Weibe = maskierte Homosexualität), möchte Referent hier einen Einspruch erheben. Zeigt doch die Anamnese des Potators regelmässig schwerste Schädigungen in der Aszen