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Die vorliegende Arbeit gehört nicht dem Gebiet der Ästhetik, sondern dem der Pormalpsychologie an und daraus ergibt sich eine Art der Betrachtung, die von den geläufigen Kunstproblemen abweicht. Der Autor analysiert den Eindruck des Kunstwerkes innerhalb der einzelnen Sinnesgebiete und findet darin die gleichen psychischen Elemente wie in jedem anderen psychischen Erlebnis, er findet weiter, „dass in den Kunstwerken nichts anderes als einfachere oder kompliziertere Variationen jener Gefühle vermittelt werden, die uns allen aus dem unmittelbaren Erleben bekannt sind”. (S. 31.)
Dieses Resultat ist aber selbstverständlich und es hätte keiner langen Untersuchung bedurft, um es festzustellen. Denn wie man in jedem Stoff nur eine bestimmte Anzahl von Elementen durch chemische Analyse finden kann, so kann die psychologische Analyse in jedem psychischen Erlebnis nur Elemente aufdecken, die die gleichen sind, wie in irgend einem anderen. Eine solche Feststellung bringt uns aber dem Wesen des Ästhetisch-Wertvollen um nichts näher, da es bei unseren Erlebnissen ja nicht auf die Elemente ankommt, sondern auf die spezifische Art ihrer Durchdringung. Und wenn der Autor auf Grund seiner Analyse zu dem Resultat kommt, es bestehe kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Natur- und dem Kunstschönen, so begeht er — vom ästhetischen, nicht vom formalpsychologischen Standpunkt aus — den gleichen Irrtum wie einer, der eine Säule und eine figurale Skulptur identifizieren würde, weil beide aus Marmor sind. Als Chemiker hätte er ja recht.
Dieser Fehler liegt aber nicht in der im übrigen sehr geistvollen und scharfsinnigen Analyse selbst, sondern in der Art der Problemstellung, die von einer Analyse (also einer Zerlegung in einfache Elemente) ein Resultat erwartet, das eine Analyse nie und nimmer geben kann, sondern nur eine Einfühlung. Aber diese Art der Problemstellung verleitet den Autor im weiteren Verlauf seiner Untersuchung zu Behauptungen wie, dass das Werturteil des gewöhnlichen Lebe