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Wollen wir dieses Werk in der Bedeutung, die es bei Verfolgung seines kulturhistorischen Interesses für das verwandte allgemeine Problem der psychologischen Forschung gewinnt, einzuschätzen versuchen, so werden wir sagen müssen, dass schon durch das gebotene illustrative Material eine empfindliche Lücke ausgefüllt erscheint. Denn der Psychologe, der seine Untersuchungen über das Individuelle hinaus auf das Gemeinsame erstrecken will, das seine Gültigkeit ans dem Gleichen in der Geschichte der Entwicklung, das Aktuelle doch historisch begründen muss, wird immer wieder seine Belege aus den Darstellungen der Kunst und Dichtung holen, sie auch an ihnen prüfen müssen, weil in ihnen der psychische Inhalt einer Periode sicherlich am klarsten und reinsten zum Ausdruck kommt.
Hat Freud seine ganze Lehre sexuell-ätiologisch zu begründen gesucht, so war es wieder Adler, der den Nachdruck auf die biologischen Momente im Verhältnisse zwischen Mann und Weib gelegt hat. Schliesst nun dieses Verhältnis eines der Hauptprobleme im Leben des Individuums in sich, so ist es klar, dass hier die „Leitlinie” des Individuums einen deutlichen Ausdruck finden muss. Für den Mann wird es, wie Adler sagt, immer wieder die „Furcht vor der Frau” sein, die, bald im ganzen Sinne des Wortes, bald nur als Achtung und Rücksicht für das