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Der Autor studiert die künstlerische Produktion Pio Galeffis, der seit vierzig Jahren im Irrenhaus lebt, der aber lange Zeit seine künstlerischen Fähigkeiten trotz der Krankheit bewahrte. An der Hand von Reproduktionen werden diese künstlerischen Fähigkeiten während der verschiedenen Krankheitsstadien dargestellt. An diese detaillierte Spezialstudie fügt der Autor einige hochinteressante Betrachtungen über die künstlerischen Manifestationen der Geisteskranken und über die Beziehungen des Genies und der Kunst zum Wahnsinn. Dr. Pariani bewegt sich hier auf einem von der italienischen Wissenschaft zuerst betretenen und seither eifrig gepflegten Boden.
Er hebt vor allem hervor, dass die Irren, die zeichnen, malen und modellieren, nicht selten sind, dass man sie aber nicht nach einem einheitlichen Kriterium beurteilen dürfe. Es gibt eine durch und durch krankhafte Kunst, die ein Hilfsmittel für die Rede bildet und ein wirksames Ausdrucksmittel darstellt. Dies ist keine eigentliche Kunst, sondern ein Mittel, deren sich die hochmütigen Irren bedienen und die auch von manchen Geisteskranken für symbolische und groteske Produktionen benützt wird, deren Charakter auf den ersten Blick zu erkennen ist. Weiter gibt es eine Kunst, die nicht vom Wahnsinn erzengt wird, die aber mit ihm zusammen besteht. Man findet in dem Kranken bisweilen dilettantische künstlerische Dispositionen, die sie schon im gesunden Zustande besassen und die nun ohne Änderungen fortgesetzt werden oder mit Bonifikationen, die gewöhnlich aus verschiedenen Gründen keine psychologische Bedeutung haben. Diese Künstler sind häufig in den Irrenhäusern zu treffen, aber ihre Werke dürften schwer einen Käufer finden. Schliesslich kommt es vor, dass wirkliche Künstler mit genialen Fähigkeiten erkranken und diese bieten der Psychologie und der Ästhetik ein günstiges Unterauchungsfeld.