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In der bei R. Piper & Co. (München und Leipzig) erscheinenden Gesamtausgabe der Werke von Dostojewski finden sich auch die „Notierten Gedanken”, von denen wir einige hier bringen. Sie zeigen von dem tiefen psychologischen Verständnis des genialen Dichters.
Der ganze Fehler der „Frauenfrage” besteht darin, dass man Unteilbares teilt, Mann und Weib einzeln betrachtet, während sie doch ein einziger geschlossener Organismus sind. („Und er schuf sie, Mann und Weib …”) Ja sogar mit den Kindern, mit den Nachfahren und Vorfahren und mit der ganzen Menschheit ist der Mensch ein einziger unteilbarer Organismus. Die Gesetze aber teilen immer und lösen alles womöglich in die Urbestandteile auf. Die Kirche dagegen teilt nicht.
In der Natur ist alles für das Normale berechnet, alles nach dem Muster des Heiligen und Sündlosen zugeschnitten. (Der Mann 30 Jahre alt, die Frau 30 Jahre.) Die Schönheit ist dem Weibe zu Anfang gegeben, um den Mann zu fesseln, denn das sittliche Band ist noch schwach. Später ist die Schönheit nicht mehr nötig, man liebt das Weib, weil man seelisch zusammenwächst (organische Verbindung).
Die Höhe einer Menschenseele ist zum Teil danach zu ermessen, wie weit und vor wem sie fähig ist, Ehrfurcht und Verehrung zu bezeugen (oder Andacht zu empfinden).