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Verschiedene Autoren haben meine Mitteilung über die Kriminalität der Kinder bezweifelt. Ein Kind sollte Mordpläne haben und überhaupt kriminelle Vorgänge verstehen? Ein Kind sollte mit Attentatsplänen spielen, Phantasien über Vergiftungen hegen, an Mord und Brand denken?
Leider kommt es auch vor, dass diese Phantasien zur Tat werden. Ich bringe hier nur die nackte Tatsache zur Kenntnis, wie sie das „Neue Wiener Tagblatt” am 5. V. 1913 mitgeteilt hat.
Selbstmordversuch und Mordversuch eines Dreijährigen.
Als der Bauunternehmer Emmerich Ehrenwald gestern abend von einem Ausfluge in seine Wohnung zurückkehrte, fand er auf einem Kanapee sein dreijähriges Söhnchen und sein anderthalbjähriges Töchterchen bewusstlos auf. In der Wohnung war ein starker Gasgeruch zu verspüren. Der Gashahn war offen. Mit vieler Mühe gelang es, die beiden Kinder wieder zum Bewusstsein zu bringen. Das dreijährige Söhnchen gab an, es habe sich und das Schwesterchen töten wollen aus Gram darüber, dass Mütterchen sie nicht spazieren geführt habe. Die Erklärung dafür, dass der Dreikäsehoch überhaupt auf den Gedanken des Selbstmordes gelangen konnte, liegt darin, dass beim Mittagmahl Ehrenwald von einem Selbstmord erzählte, den jemand durch Einatmen von Leuchtgas beging. Der kleine Knabe hatte der Erzählung aufmerksam gelauscht.
Stekel.