You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein für Psychoanalytiker recht interessantes Material findet sich in der Symbol- und Gedankenwelt, in die wir durch die erotischen Gedichte von Marie Madeleine geführt werden. Die Verfasserin deckt in poetischer Sprache manchen feinen Zug des verborgensten Trieblebens auf. Die Symbole holt sie mit Vorliebe aus der pflanzlichen Natur. Ich führe hier drei Gedichte vollständig an; sie stehen in der bei B. Elischer Nachf. (Leipzig) erschienenen Sammlung „Die rote Rose Leidenschaft”, S. 103 f. und 129.
Wohl hab’ ich deine Liebe stets geliebt,
Der Küsse Zärtlichkeit, die süsse Minne …
Jedoch dein Hass, dein brünst'ger Hass erregt
Viel heisser meine aufgewühlten Sinne.
Geschlechtshass! — Sonderbare Nervenschwingung, — — —
Erinnerung an weltenferne Zeit,
Da noch vereint in zärtlichster Umschlingung
Die Wollust waren und die Grausamkeit.
Da die Begierde tobte ohne Schranke,