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Die Überschrift dieser kleinen Abhandlung erscheint vielleicht auf den ersten Blick befremdlich. Ist man doch nicht daran gewöhnt, von dem Einfluss zu sprechen — wie wichtig derselbe ist, das hoffe ich in diesen Zeilen darzulegen — den die Psychotherapie, die Einwirkung auf den Intellekt, neben der physischen Behandlung, sei sie lokal oder allgemein, auf eine scheinbar rein organische Erkrankung wie die Ischias hat. Meiner Ansicht nach ist eine Vereinigung beider Behandlungsarten fast immer von Nutzen für unsere Kranken, besonders bei Zuständen wie Ischias, bei der alle Mittel der Therapie manchmal zu versagen scheinen. Physiotherapie und Psychotherapie haben in diesem Fall das Interesse, Hand in Hand miteinander zu gehen. Die Krankheit hat sozusagen zwei Gesichter, ein physisches und ein psychisches, gegen die man gleichzeitig vorgehen muss.
Diese enge Vereinigung beider Heilmittel, des psychischen und organischen, habe ich seit fast 15 Jahren angestrebt und mich als einer der ersten bemüht, auf den hohen Wert der Psychotherapie hinzuweisen1). Der Ansicht vieler Therapeuten entgegen vertrete ich die Meinung, dass sich die Psychotherapie nicht isolieren und von der übrigen Heilkunde trennen darf. Die Psychotherapie als Heilmittel ist nicht nur auf die Neurosen zu beschränken. Was nun die Neurosen selbst anbetrifft, so habe ich bewiesen, dass sie nicht rein psychische Krankheiten sind, wie die Bezeichnung „Psychoneurosen” auszudrücken scheint, sondern Erkrankungen, die den ganzen Organismus ergreifen, teils physisch, teils moralisch. Andererseits stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Psychotherapie nicht auf das Gebiet der nervösen Beschwerden zu beschränken, sondern auch bei gewissen organischen Erkrankungen anzuwenden ist. Die Psychotherapie sollte, von den alten unzulänglichen Formeln und Gebräuchen wie