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Jedem erfahrenen Arzte ist es bekannt, dass gewisse medizinische Prozeduren als erotische Reizungen auf die Patienten wirken. Schon die Art und Weise, wie sich die Damen bei einer genauen Untersuchung benehmen, verrät sofort, wie sie den Arzt werten. Für viele Kranke bleibt er eben immer nur ein Mann. Sie produzieren teils bewusst, teils mit geheimer Absicht allerlei Widerstände, betonen ihre Schamhaftigkeit, meinen der Arzt solle sich umdrehen und wegschauen, er solle nur einen bestimmten Teil des Körpers untersuchen, fragen, ob sie auch das Kleid „unbedingt” ablegen müssen. Je unbefangener sich eine Dame entkleidet, desto ferner ist sie davon, die Untersuchung als erotischen Akt aufzufassen. Dass sich viele Frauen nur aus erotischen Motiven untersuchen lassen, kann ich aus der Zeit, da ich noch praktischer Arzt war, bestätigen. Ja eine ältere, sehr zurückhaltende Dame, sagte mir einmal: Wenn ich Ihnen einen Rat für ihre Praxis geben sollte, ich müsste Ihnen sagen: „Untersuchen Sie die Frauen immer so genau als möglich und bleiben Sie dabei immer der Arzt. Die Frauen verlangen das und sind beleidigt, wenn man es nicht tut. Ich habe immer die Ärzte tadeln gehört, die aus Gründen der Zurückhaltung oder aus Zeitmangel oberflächlich untersucht haben. Ich glaube, die Frauen haben ihre geheime Lust an diesen Dingen und gestehen es sich nicht ein.”
Die Dame hat wirklich recht. Alle diese Reizungen liegen auf der Linie „Lust ohne Schuld”. Doch von diesen alltäglichen Vorgängen will ich gar nicht sprechen. Viel wichtiger scheint mir aber der Umstand zu sein, dass der Frauenarzt — ohne es zu wissen — erotische Reizungen ausübt. Scheint mir schon die Untersuchung für manche Frauen eine Art Trauma, das ihre Phantasie immer wieder beschäftigt, so ist die bimanuelle Massage oft nur eine Form der allerotischen Betätigung, wie wir sie früher Onanie genannt haben. Das wissen die erfahrenen Frauenärzte und wenden allerlei Vorsichtsmassregeln an. Die Frauen aber, die sich an die Mass