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„Es gibt ein Denken, das unabhängig ist von logischen Regeln und an deren statt durch affektive Bedürfnisse dirigiert wird.” (Autistisches Denken.)
Die Erscheinung wurde von Bleuler zuerst bei der Dementia praecox beschrieben. „Eines der wichtigsten Symptome der Schizophrenie ist ein Vorwiegen des Binnenlebens mit aktiver Abwendung von der Aussenwelt. Die schweren Fälle ziehen sich ganz zurück und leben einen Traum; in den leichteren finden wir geringere Grade der gleichen Erscheinung.”
Das der Realität entsprechende logische Denken ist eine gedankliche Reproduktion solcher Verbindungen, die uns die Wirklichkeit bietet. Das autistische Denken hingegen ist ein tendenziöses. Es spiegelt die Erfüllung von Wünschenoder Strebungen vor, Hindernisse denkt es weg und Unmöglichkeiten denkt es in Möglichkeiten und Realitäten um. Der Zweck wird dadurch erreicht, dass der Stiebung entsprechende Assoziationen gebahnt, entgegenstehende gehemmt werden, also durch den uns von der Wirkung der Affekte her geläufigen Mechanismus.
Zum autistischen Denken ist ein gewisses Absehen von der Realität erforderlich. Die Abwendung von der Realität wird im Schlaftraume durch den Schlafmechanismus selbst bewirkt. Bei der Schizophrenie ist sie eine Teilerscheinung des autistischen Mechanismus selbst. Eine gewisse Abwendung von der Realität besteht natürlich auch im Wachtraume des Gesunden, der Luftschlösser baut etc.; man will sich einer bestimmten Phantasie hingeben, von der man weiss, dass sie nur eine Phantasie ist, aber sobald die Wirklichkeit es erfordert, wird die Einbildung wieder gebannt. Aber das Vorhandensein starker affektiver Bedürfnisse kann auch beim Gesunden das logische, an der Realität orientierte Denken mehr oder weniger zurückdrängen, da es eben scharfe Grenzen zwischen den beiden Arten des Denkens nicht gibt. Infolgedessen