You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Verfasser betont zuerst die Bedeutung der Ernährung und Fortpflanzung für das Individuum und die Rasse. Alsdann erklärt er die Verdrängung und erläutert sehr verständlich vier verschiedene Arten der Kompensation für verdrängte Wünsche: Reaktion in das Gegenteil, Übertragung, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Träume und Tagträume. Darauf folgt eine kurze und bestimmte Darlegung der psychoanalytischen Traumlehre und des Mechanismus der Traum-Entstehung. Daran schliessen sich verschiedene interessante Träume und ihre Bedeutung. Zum Schluss gibt uns der Verfasser einen kurzen Auszug der Freud'schen Sexualtheorie mit besonderer Betonung der Sublimierung.
Leider enthält Dr. Karpas Essay neben stilistischen Unklarheiten auch einige falsche Angaben, die den Wert der Studie für die Allgemeinheit und besonders für den Praktiker herabsetzen. Die Angabe (p. 1234), dass „die Sexualität des Kindes polymorph pervers ist, dass sie aus vier Grundtrieben besteht, nämlich dem heterosexuellem, dem homosexuellen, dem masochistischen und dem sadistischen Triebe”, ist inkorrekt, weil die Tatsache nicht erwähnt wird, dass ein Kind auch ebenso zu Auto-Erotismus, Exhibitionismus, Voyeurtum und anderen Perversionen neigt. Auch glaube ich nicht, dass man von einer „Inversion” des masochistischen und sadistischen Triebes sprechen kann, ebensowenig kann ich den Verfasser verstehen, wenn er sagt (p. 1234), „dass die Richtlinien der psychischen Energie in ein nicht sexuelles Ziel münden, welche ihren bestimmten sozialen Wert erhöhten”. Die Behauptung, dass „die Sublimierung der homosexuellen Komponente durch Ekel und Sittlichkeit charakterisiert wird”, ist ebenso ungenau wie die Angabe, dass „sadistische Komponenten in Ekel sublimiert wurden.”
S. A. Tannenbaum.