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Eine glänzend geschriebene allgemeine Kritik des Themas in seinen wichtigsten Beziehungen und Ausblicken.
Der Verfasser behauptet, dass infolge der modernen Zustände Inversion bei Frauen mindestens ebenso häufig wäre wie die bei MäDnern. Es ist bedauerlich, dass Mr. M'Murtrie von Freud und seiner Schule keine Ahnung hat. An einer Stelle sagt er (p. 146.): „Viele Personen haben homosexuelle Empfindungen oder Neigungen” — er führt Moll an und verwirft die Theorie, dass die Neigung zur Homosexualität erworben wird. Vom Mechanismus und der Entwicklung der Homosexualiät weiss er nun folgendes (nach Moll); „In einer Zeit sexueller Erregung des Individuums muss es durch eine Person desselben Geschlechtes stark beeinflusst worden sein.”
Mr. M. Murtrie hebt folgende charakteristische Kennzeichen weiblicher Inversionen hervor, die er für allgemein verbreitet hält: ihre Unruhe und die Unfähigkeit bei einer und derselben Beschäftigung und in derselben Umgebung zu bleiben. Erworbene homosexuelle Neigungen sind nach Ansicht des Verfassers nicht als wirkliche Inversion zu betrachten und er macht die gesellschaftlichen Verhältnisse (society) dafür verantwortlich. Die Behauptung des Verfassers, dass die wirklich invertierte Frau unfruchtbar sei, ist nicht bewiesen. Sehr interessant sind die Bemerkungen über die komparative Sexualität eines „Lesbischen Paares”. Eine weibliche Invertierte, die in einer Verbindung die männliche Rolle spielt, kann in einer anderen den weiblichen Teil abgeben, je nach der relativen Sexualität beider Beteiligten, auch künnen äussere zufällige Ursachen eine Konversion im Verhältnis zwischen zwei Frauen herbeiführen, so dass der männliche Teil zum weiblichen wird.
S. A. Tannenbaum.