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Eine 21 jährige, erblich schwer belastete Frau verfällt nach dem Tode ihres 3 jährigen, leidenschaftlich geliebten Sohnes in eine eigentümliche Psychose: In einer Reihe von hysterischen Anfällen und Dämmerzuständen erlebt sie die Geburt des Kindes wieder und erlebt nach und nach das erste, zweite und dritte Jahr ihres Kindes von neuem bis dicht zu dem Zeitpunkt seiner Erkrankung. Aber auch zwischen den Anfällen (die Amnesie hinterlassen) besteht eine komplette Verdrängung aller Erinnerungen und Affekte, die mit der Krankheit und dem Tode des Kindes zusammenhängen. Dabei ist die Orientierung in der Gegenwart für alles Übrige erhalten. Allerdings anerkennt die Patientin diese Gegenwart nicht: sie sieht und bestätigt, dass es Winter ist und schneit, aber sie behauptet trotzdem, es sei Sommer, die Sonne scheine und der Himmel sei blau und im Garten spiele ihr Sohn. Von körperlichen Symptomen bestanden Hemianästhesie, Astasie—Abasie und eine kurzandauernde Parese des linken Arms. Da die Kranke nach kurzer Zeit der Anstaltsbehandlung entzogen wurde, kann der Autor leider eine eingehende Analyse nicht geben.
Dr. Rorschach.