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Der Autor weist auf die auffallende Übereinstimmung hin, die sich zwischen gewissen Grundmomenten der Freud'schen Lehren und der Tolstoi'schen Darstellung der Entwicklung einer Psychoneurose aufdecken lässt.
Der Patient Tolstoi's leidet als Kind an Angstzuständen (hysterischen Anfällen). In der späteren Kindheit erlaubt die Masturbation, und im Beginn des Mannesalters der Geschlechtsverkehr einen Abfluss der Emotionen, und der Pat. bleibt gesund bis zu seinem 35. Jahre. Da brechen plötzlich wieder Angstanfälle hervor, wie Ossipow annimmt, weil der Patient sich in seiner Ehe unbefriedigt fühlt und doch seiner Frau die eheliche Treue halten will.
Das Fragment Tolstoi's bricht mit einer interessanten Wendung ab; der Patient verfällt in eine hysterische Wunschpsychose, in der die Angst untergeht und der Patient sich selber geheilt erscheint.
Ossipow schliesst seine Darlegungen mit einer Besprechung der verschiedenen Lehren über den Angstaffekt. Er spricht sich für die sexuelle Ätiologie der Angst aus, „wenn auch nicht in dem Sinne, dass die eine Emotion in die andere übergeht, so doch in dem Sinne, dass die eine Emotion eine Kompensation in den Erscheinungen der anderen hervorrufen kann.”
Dr. H. Rorschach.