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Der Autor erfreut sich als Psychologe eines grossen Rufes in den wissenschaftlichen Kreisen Grossbritanniens und der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Er hat sich seit Jahren mit Freud's Anschauungen vertraut gemacht und gibt in der obigen Arbeit die Umrisse der Freud'schen Traumdeutung, ohne zu verschweigen, dass seiner Überzeugung nach die Wunscherfüllungstheorie in vielen Fällen unhaltbar ist.
Der Verfasser führt zunächst zwei Träume an, die eine scheinbare Wunscherfüllung enthalten, wirft aber nach einer kurzen Polemik die Frage auf: „Hat Prof. Freud eines der grossen Welträtsel gelöst?” und fährt fort: „Ein Ultra-Freudianer würde sagen „Ja”, aber vorsichtige kritische Prüfung würde die Antwort ergeben „Nicht ganz”. Er hebt besonders hervor, dass Angstträume und Träume, die das Gefühl des Gehemmtseins enthalten, mit einer Wunscherfüllung nicht in Einklang gebracht werden könnten.
Er hat durch Umfrage festgestellt, dass alle Berufe ihre besonderen Nachtmars (nightmares) haben. Als Belege führt er zwei interessante Träume an; der erste, von ihm selbst wiederholt geträumt, lautet wie folgt:
„Es ist Sonntag Morgen; die Kongregation, die grösser als gewöhnlich zu sein scheint, füllt die Kirche. Ich bin im Begriff, eine Bibelstelle — sagen wir das bekannte 53. Kapitel aus Jesaias — zu verlesen. Die Kongregation wartet, dass ich beginnen soll, aber — ach! — sie wartet vergebens, denn trotz aller Anstregung kann ich das Kapitel nicht finden. Ich wende die Seiten mit fieberhafter Hast um, aber die gewünschte Seite entgeht mir; meine Aufregung und meine Verlegenheit nehmen zu, während ich die verzweifeltsten Versuche mache, die Bibelstelle aufzufinden. Endlich scheine ich Erfolg zu haben: ich finde das 52. und das 54. Kapitel. Mit einem Seufzer der Erleichterung wende ich die Seite um, sehe aber, dass sie — unbedruckt ist. Das ist denn doch zu viel!! Aus der fatalen Situation werde ich schliesslich durch mein Erwachen erlöst.”
Der zweite Traum wurde ihm von einem Amtsbrude