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Die Traumdeuter haben seit undenklichen Zeiten in fast allen asiatischen Ländern eine wichtige Rolle gespielt. Auch die Chinesen sind jederzeit eifrige Traumgläubige gewesen, und in ihren alten Geschichtsbüchern finden sich Berichte über gewisse, in Erfüllung gegangene Träume von Kaisern und hervorragenden Männern. Der Auslegung ihrer Träume messen sie grosse Bedeutung bei. Wer ungünstig geträumt hat, braucht übrigens nicht zu verzweifeln, denn der Traumdeuter ist gegen eine kleine Vergütung bereit, ihn mit einem Amulet zu versehen, welches die Kraft besitzt, das drohende Unglück abzuwenden. Der Traumdeuter schreibt einige geheimnisvolle Zeichen auf rotes oder gelbes Papier, das er sodann dreieckig falzt und seinem Klienten ans Kleid heftet. Hierauf muss der Hilfesuchende den Mund voll Quellwasser und in die rechte Hand ein Schwert nehmen, gen Osten blicken, nach einiger Zeit das Wasser ausspeien, mit dem Schwerte in der Luft herumfuchteln und dabei gebieterischen Tones folgendes sprechen: „Ebenso schnell und kräftig, wie die Sonne im Osten aufgeht, mögest du, geheimnisvolles Amulet, alle Übeln Folgen abwenden, die mein böser Traum nach sich ziehen könnte. Ebenso rasch, wie der Blitz die Luft durchzuckt, mögest du, o Amulet, das drohende Ungemach verschwinden lassen.” Die Beschaffenheit der geheimnisvollen Schriftzeichen variiert je nach dem Monatstage, an welchem der Traumdeuter in Anspruch genommen wird.
Wir lassen hier einige Traumauslegungen folgen, die von Tschan Kung, einem altberühmten Traumdeuter, herrühren, der seit langer Zeit als die hervorragendste Autorität auf diesem Gebiete gilt.