You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Sermosi (Imago I, 3 „Symbolische Darstellung des Lust- und Realitätsprinzips im ödipusmythus”) zitiert eine Stelle aus einem Briefe Schopenhauers an Goethe, in der der ödipus des Sophokles als Repräsentant des Realitätsprinzips, Jokaste als Typus des Lustprinzips dargestellt wird. Sermosi fügt hinzu: „Nicht schlecht würde zu dieser Deutung stimmen, dass nach alltäglicher Erfahrung die Verdrängungsneigung, also das Lustprinzip tatsächlich beim Weibe, die Fähigkeit zu objektiver Urteilsfällung und zum Ertragen schmerzlicher Einsichten, d. h. das Realitätsprinzip, im allgemeinen beim Manne vorherrscht,” Hierzu zitiere ich Schnitzler, Masken und Wunder, S. 176 (Das Tagebuch der Redegonda) „Und dass sie als Weib den Urgründen des Lebens, wo Wunsch und Erfüllung eines sind, näher war als ich, war sie wahrscheinlich im tiefsten überzeugt gewesen, alles das, was in ihrem violetten Büchlein aufgezeichnet stand, wirklich durchlebt zu haben.”
Marcus.