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Janet hat in seinem auf dem internationalen medizinischen Kongress zu London gehaltenen, Psycho-Analysis betitelten Vortrag zum Schlage gegen die Psychoanalyse und damit gegen Freud und seine Schüler ausgeholt und so schwere Vorwürfe gegen die Theorie und Methode dieser Schule erhoben, dass alle Eleganz und Höflichkeit des Franzosen darüber nicht hinwegzutäuschen vermag. — Wir wollen nicht leugnen, dass wir uns in vielen Punkten seines Angriffes gegen Freud auf seiner Seite befinden, müssen aber betonen, dass die wissenschaftlichen Motive, aus welchen dies geschieht, meistens andere sind, weil sie anderen Einsichten entspringen.
Janet stellt sich die Aufgabe, die Unterschiede zwischen Psychoanalyse und psychologischer Analyse (steckt dahinter nicht schon eine sehr starke Agression?) aufzuzeigen, indem er diese Unterschiede auf drei Probleme hin prüft, nämlich: Das Problem des Traumas in der Neurose, die Rolle des Traumas in der Neurose und der sexuelle Charakter des Traumas in der Neurose, wobei er hinzufügt, dass dies natürlich nur ein Gesichtspunkt in dem ungeheuer ausgedehnten Wissensgebiet sein könne.
Der Autor gibt eine kurze historische Entwicklung der Psychoanalyse, die von Charcot's Arbeiten über traumatische Neurosen ihren Ausgangspunkt genommen hat, um zu zeigen, in welcher Weise die Psychoanalyse von diesen Forschungen abgewichen ist und sie verändert hat. Janet bezieht sich auf sein Buch „L'automatisme psychologique”, zeigt in einem sehr interessanten Falle die Bedeutung des Traumas für diese Neurose und kommt zu dem Schlüsse, dass das traumatische Erlebnis in gewissen Fällen eine wesentliche Rolle spiele, dass es im allgemeinen nur eine sehr beschränkte Bedeutung, ja in einer grossen Anzahl von Fällen keinerlei Bedeutung habe, und erklärt diesen Umstand mit dem Satze, dass eine Neurose mit dem Ensemble ihrer Symptome eine sehr komplexe Sache sei, da viele Ursachen sie aufbauen helfen….