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Ich möchte an dieser Stelle auf eine sehr interessante Erscheinung aufmerksam machen, die mir in der Praxis der Psychoanalyse in letzter Zeit wiederholt aufgefallen ist: Es ist der „psychoanalytische Ahasver”. So nenne ich den Patienten, der zu uns kommt, nachdem er bei einem oder bei mehreren anderen Kollegen in Behandlung stand, welche Behandlung — und das ist ja selbstverständlich — bei ihm ohne Erfolg gewesen ist. Er kommt gewöhnlich sehr begeistert mit einem grossen Vorrat von Komplimenten und guten Vorurteilen. Er hätte alle unsere Schriften gelesen und gefunden, wir wären der Einzige, der eine vernünftige Methode gebrauche; oder er habe gleich zu uns kommen wollen, aber Freud oder X. oder Y. hätten ihm geraten, zu einem anderen zu gehen; er wisse es ganz bestimmt, ich wäre der Einzige, der ihn heilen könne. Ich sei seine letzte Hoffnung. Wenn er jetzt zu keinem Resultate komme, so wisse er, dass er unheilbar sei und man ihn überhaupt nicht mehr retten könne. Dann bleibe ihm nur der Selbstmord als ultima ratio. Er kommt meistens von anderen Kapazitäten. Er war bei Freud, Jung, Adler und wolle jetzt einmal noch Stekel probieren, oder umgekehrt, damit er sich sagen könne, dass er alles versucht habe. Denn er habe den sicheren Glauben an die Psychoanalyse. Wenn ihm zu helfen wäre, so könne dies nur durch die Psychoanalyse geschehen, welche die genialste Methode wäre, welche unsere Zeit erfunden hätten. Freud sei ein grosses Genie; aber er, der Kranke, sei halt ein Pechvogel. Ihn habe das Genie oder seine Methode nicht heilen können. Im Vertrauen gesagt, er habe eigentlich nie an alle diese Symbolismen geglaubt. Es müsse noch etwas anderes geben, als das, was man bis jetzt gefunden habe. Bei seiner Analyse sei eigentlich nichts herausgekommen. Gar nichts.…. Er habe schliesslich gar keine Einfälle gehabt und die Behandlung wäre eine Qual gewesen. Persönlich schätze er Dr. X. sehr. Er sei ein reizender Mensch und von einer bestrickenden Liebenswürdigkeit. Aber er wä