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Im Aprilheft der „Psiche” widmet Giuseppe Fanciulli dem Phänomen der Lüge eine interessante Studie. Mit Recht, denn dieses Phänomen, das ins moralische, soziale, persönliche, wie ins religiöse und konventionelle Leben eingreift, hat eine weite und zugleich tiefe Bedeutung. Der Autor meint, dass die Universalität dieses Phänomens schon darauf hinweist, es handle sich nicht um eine blosse Annahme des normalen Gedankens, der gewissermassen der objektiven Wahrheit entspricht, sondern um eine zweite Gedankenform, die neben der ersteren a latere besteht. Die Gesetze der psychologischen Wahrheit fallen tatsächlich nicht mit denen der objektiven Wahrheit zusammen. Wenn ein äusseres Datum zu einem Faktum des Bewusstseins wird, so begibt es sich in der oder die Herrschaft der Gesetze, die dieses Bewusstsein regeln. Es findet eine Deformation im Sinne einer Anpassung an die bereits bestehenden