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Von vornherein will ich feststellen, dass ich die Arbeit von Ostena und Kralls, wie auch die der Frau Dr. Mökel, der ersten, denen es gelungen ist, Tieren zielbewussten Unterricht zu erteilen, für sehr wichtig halte. Zumal Krall hat in dieser Hinsicht sehr Verdienstliches geleistet, weil er jene grosse Energie gezeigt hat, welche dazu erforderlich ist, eine schon verurteilte Sache wieder aufzunehmen und zuletzt in dem Kampf mit der in solchen Fällen immer konservativen Wissenschaft den Sieg davonzutragen.
Die Möglichkeit, den erfassenden Verstand durch Unterricht auch bei Tieren zu entwickeln, kann nun nicht mehr geleugnet werden, und Biologie, Psychologie und Philosophie werden forthin auf diese Möglichkeit Rücksicht nehmen müssen.
Wissenschaftliches Interesse äussert sich in Kritik, und je mehr eine behauptete Entdeckung der landläufigen Anschauung zuwiderläuft, um so mehr wird sich die Kritik bemühen müssen, in der Wahrnehmung oder in der Beweisführung Fehler aufzudecken. Wenn man in irgend einer Arbeit schwache Punkte vermutet, so ist das Anstellen einer neuen, eigenen Untersuchung geboten. Ratschläge für den ersten Untersucher sind fast immer erfolglos, weil dieser sich seiner eigenen, mit Mühe erworbenen Ansicht immer mehr anpasst und nach deren Veröffentlichung der Kritik gewöhnlich unzugänglich geworden ist.
Bei der Frage von den „denkenden Tieren” ist aber dieser Übelstand, dass nicht jedermann die Gelegenheit hat, mit neuem Material eine eigene Untersuchung anzustellen. Mir wenigstens fehlt diese Gelegenheit; weil ich aber meine kritische Bemerkung nicht für unbedeutend halte, finde ich mich veranlasst, sie bekannt zu machen.
Ebenso wie Krall, habe ich selber aus den Antworten, welche seine Pferde mir gaben, den Schluss gezogen, welchen man zieht, wenn man Menschen und nicht andersartige Wesen vor sich hat. Jetzt aber, nachdem ich durch eine Erfahrung mit einem abgerichteten Pferde und dessen geschickten Dresseur in empfindlicher Weise daran gemahnt worden bin