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Ich halte die Forschungen Kaplans für sehr bedeutsam und möchte aus meiner Erfahrung einige Erläuterungen zu diesem Thema bringen. Ich musste wegen anderer Arbeiten meine Traumforschungen zurückstellen und behalte mir ihre Publikation in einem neuen Werke vor. Jedenfalls ist der Gesichtspunkt, dass für jeden Menschen eine eigene Traumsymbolik besteht, ein grosser Fortschritt. Ich habe schon in meinen ersten Traumforschungen diesen Weg eingeschlagen. (Vgl. das IX. Kapitel der „Beiträge zur Traumdeutung. „Individuelle Färbung der Träume.” Jahrb. für psychoanalytische Forschungen. Bd. I.) Jetzt möchte ich nur einen kleinen aber sehr wichtigen Beitrag zu dieser Frage liefern. Es ist dies die Frage der öfters wiederkehrenden Personen im Traume. Es gibt Menschen, die wiederholt von gleichgültigen Menschen träumen und dann ganz verwundert sagen: „Ich weiss nicht, weshalb ich von diesen Leuten so oft träume, sie gehen mir gar nicht so nahe.” Dann halte man sich an eine Regel, die mich fast nie getäuscht hat. Solche Menschen sind Symbole für eine Eigenschaft, für einen Begriff. Sie sind Repräsentanten der Treue, der Liebe, der Neurose, der Ausschweifung, des Lasters, der Tugend, des Patriotismus usw.... Ich könnte hunderte solcher Typen anführen, welche wie ein einfacher Schlüssel die dunkelsten Träume aufsperren, will mich aber nur mit ein paar Beispielen begnügen, die ich auf das einfachste Mass reduziere, um sie verständlich zu machen.
1. Fräulein Adda ist eine an Zwangsneurose leidende Künstlerin, die eben zwanzig Jahre alt wurde und von ihren Eltern sehr strenge bewacht wird, weil sie sehr viel Temperament zeigt, und man für ihre Unschuld fürchtet. Sie führt einen energischen Kampf gegen diese Bevormundung und trachtet immer, ihren Eltern und der Erzieherin ein Schnippchen zu schlagen. Eine Unmenge von störenden Zwangshandlungen bringt sie in meine Behandlung. In allen ihren Träumen spielt ihre Erzieherin Frl. Tarnowsky eine grosse Rolle. Sie tritt immer wieder in zahllo