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Der Verf. zeigt an der Hand der einschlägigen Literatur, dass trotz der enormen Tätigkeit, die seit einigen Jahren auf dem Gebiete der Psychologie entfaltet wird, noch keine Übereinstimmung darüber erzielt wurde, was eigentlich als psychisch zu betrachten ist. Klar und anschaulich bespricht er die Ansichten der einzelnen Autoren und begründet in überzeugender Weise die Lehre von der Existenz eines vom Bewusstsein bezw. Oberbewusstsein unabhängigen Unterbewusstseins, das mit dem „Unbewussten” der Freud’schen Schule identisch ist. Als einzige Sondereigenschaft des letzteren wird die Tatsache bezeichnet, dass es sich bei ihm um eine durch Verdrängung bedingte (relative) Bewusstseinsunfähigkeit handle. Die beiden von Freud unterschiedenen Gruppen, Bewusstseinsunfähiges und Vorbewusstes, könne man, wenn „unbewusst” nicht buchstäblich genommen werde, als dem Unterbewusstsein angehörig betrachten.
Die hohe Bedeutung der unterbewussten psychischen Vorgänge für die gesamte Geistestätigkeit, für die Schaffung einer Weltanschauung, für das Werden der Persönlichkeit, für das künstlerische und geniale Schaffen, für das Gefühlsleben (Sympathien, Antipathien usw.) wird entsprechend gewürdigt. Der Verf. betont indessen gegenüber Dessoir und anderen, dass kein Grund für die Annahme eines Doppel-Ich, eines zweiten neben unserer oberbewussten Persönlichkeit beständig und selbständig waltenden Ego, vorliege. Solche Übertreibungen schaden, wie mit Recht hervorgehoben