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In unseren letzten Kongressbericht haben sich einige Irrtümer eingeschlichen, was ja bei der Fülle des Materials nicht anders möglich ist. Dr. v. Hattingberg ersucht uns um Aufnahme folgender zwei Berichtigungen:
Zur Psychologie des kindlichen Eigensinns.
Dr. von Hattingberg — München.
Eigensinn als Mechanismus ist eine typische Verhaltensweise, keine genetische; sondern nur eine Einheit für eine Psychologie von aussen.
Das Verhalten des Eigensinnigen ist nur ihm scheinbar auf die Realisierung eigener Wunschziele oder die Nichterfüllung der Forderung des Anderen gerichtet. In Wirklichkeit kommen ihm unbewusst, daher unkontrolliert von seinem Intellekt andere Tendenzen zur Geltung und fixieren ihn in seiner Haltung, selbst wenn das nachteilige Folgen hat.
Die Organisation des eigenen Ichs ist beim Eigensinnigen mangelhaft; Eigensinn ist ein Anpassungsfehler und verliert sich deshalb oft mit dem Heranreifen der Persönlichkeit.
Die individuelle Motivierung des Eigensinns ist ausserordentlich mannigfaltig und oft mehrfach determiniert. Trotzdem ist eine Gruppierung nach Typen möglich, die zwar oft untereinander kombiniert vorkommen, deren Unterscheidung jedoch das psychologische Verständnis sowohl des gesamten Phänomens wie des Einzelfalles wesentlich erleichtert.
Bei dem vorwiegend aktiven Eigensinn wird der Inhalt des schon primär vorhandenen eigenen Wollens nach dem Entschluss zum Scheinziel. Es wird deshalb am Entschluss festgehalten, weil das Umwollen, die Aufgabe des Entschlusses die Schätzung der Umwelt und damit die Selbstschätzung zu gefährden scheint.
Beim reaktiven Eigensinn erzeugt erst die Forderung von aussen eine Orientierung gegen dieses Soll, die auch hier dazu dient, andere fast immer unbewusste Tendenzen zur Geltung zu bringen.
Diese können sein feindlich aggressive beim Trotz, Herrschtriebe, ein Bedürfnis des Selbstschutzes — die Furcht vor der eigenen Suggestibilität, aber auch Liebestendenzen, manchmal sogar masochistische etc.