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Die aus der Wiener psychoanalytischen Schule Adler's hervorgegangenen individualpsychologischen Untersuchungen auf dem Gebiete der Neurosen, sowie die von derselben in bezug auf die Genesis, das Wesen, die Symptome, die Therapie und Prognose der „nervösen Zustände” ausgearbeiteten Grundsätze ermöglichen es mir, ein recht charakteristisches, von mir während einer psychotherapeutischen Arbeit bei einer meiner Patientinnen konstatiertes Symptom einer psychologischen Deutung zu unterziehen.
Beim Besprechen dieses Falles werde ich mich vom Wunsche leiten lassen, die Richtigkeit der vom betreffenden „Verein für Individualpsychologie in Wien” festgestellten psychischen Gesetze zu beweisen.
Daher beabsichtige ich, ehe ich mich der Besprechung des inneren Wesens des von mir konstatierten Symptoms zuwende, meinen Ausführungen einige Worte über die allgemeinen Grundsätze, auf denen das wohlgeordnete System der Individualpsychologie in ihrer Anwendung in der Sphäre der nervösen, funktionellen Erkrankungen beruht, voranzuschicken.
Schematisch lässt sich jede Neurose mit allen ihren mannigfaltigen Attributen als ein unbewusstes, auf die Erreichung eines bestimmten Ideals des persönlichen „Ich” zielendes Arrangement des Patienten deschiffrieren.
Die neurotischen Symptome sind somit willkürliche (obgleich unbewusste) Kunstgriffe oder, richtiger gesagt, zum Bestande der allgemeinen charakterologischen Konstellationen gehörende Inszenierungen.
Die Disposition zur nervösen Erkrankung wurzelt bereits im frühen Kindesalter und entsteht hauptsächlich auf der Grundlage der Organminderwertigkeit.
Bekanntlich bedingt letztere von seiten aller organischen Energien die Kompensationstendenz. Wenn infolge irgendwelcher ungünstiger Umstände solch eine Kompensation misslingt, so gibt dieses traurige, im Bewusstsein