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Um das Buch auch in der Psychoanalyse nicht erfahrenen Lesern zugänglich zu machen, schicken die Verff. eine kurze Besprechung des Unbewussten und seiner Ausdrucksformen voraus. Sodann werden Mythen- und Märchenforschung, Religionswissenschaft, Ethnologie und Linguistik, Ästhetik und Künstlerpsychologie, Philosophie, Ethik und Recht und schliesslich Pädagogik und Charakterologie besprochen, soweit sich Berührungspunkte mit der Psychoanalyse ergeben. Am meisten Beachtung verdienen zweifellos die Kapitel über Mythen- und Märchenforschung sowie über Religionswissenschaft. Wenn in ihnen auch im grossen und ganzen früher Gesagtes lediglich wiederholt wird, so rechtfertigt doch die klare und eindrucksvolle Darstellungsweise eine ausführlichere Wiedergabe. An der Hand von Beispielen, die in der Tat im Sinne der Anschauungen der Verff. als typisch gelten können (das Grimm'sche Märchen von den zwei Brüdern, die ägyptische Geschichte der Brüder Anup und Bata, die Mythe von Isis und Osiris u. a.), wird der tiefere Sinn gezeigt, der den Märchen und Mythen innewohnt. Naive Naturauffassung stellt nur eine der vielen mythengestaltenden Kräfte dar; die Naturphänomene spielen etwa die Rolle des aktuellen Tagesmaterials bei der Traumbildung, während die eigentlichen Triebkräfte im Unbewussten liegen. „Der Mythus ist ein Ersatz für abgeleugnete psychische Realitäten. — Die Psychoanalyse rekonstruiert die ehemals bewusst geduldete, dann verbotene und nur in Gestalt des Mythus wieder entstellt zum Bewusstsein zugelassene Wunschdurchsetzung, deren Aufgeben den Anstoss zur Mythenbildung bot.”
Vom Mythus zur Religionswissenschaft ist nur ein kleiner Schritt. „Der Mythus teilt mit der Religion die Funktion der Aufnahme und symbolisch eingekleideten Befriedigung sozial unverwendbarer Triebregungen. Diese geht vom Verhältnis des Kindes zu den Eltern aus und gipfelt in einem grossartigen Kompromissprodukt der darin enthaltenen ambivalenten Gefühlsregungen.” Im Mittelpunkt der Betrachtung steht