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In dem Untertitel der geistreichen Arbeit hat Stekel sein Buch richtig bezeichnet: Es soll eine vergleichende Studie der unbewussten Triebkräfte beim Dichter, Verbrecher und Neurotiker sein. In welcher Weise ihm seine Absicht gelungen ist, mag jeder Leser des fesselnden Buches selbst entscheiden; in einem kurzen Referat ist es nur möglich, die allgemeinen Grundgedanken des Buches wiederzugeben.
Jeder Neurotiker ist zugleich, ohne Ausnahme, ein grosser Dichter, nur ist ein Unterschied zwischen ihnen: Jener lebt in der Phantasie, in Tagträumen, in seinen Träumen des Nachts, während dieser die Kunstwerke, die Dichtungen schafft. Dies belegt Stekel zunächst mit Beispielen aus seiner Praxis.
Die Grundlage alles Schaffens sind die Triebe des Menschen, von denen zwei, der Zerstörungstrieb und der Schaffenstrieb eine hervorragende Rolle spielen: Der Dichter ist, in gewissem Sinne ein Verbrecher, er ist gleich diesem gewissermassen eine Rückschlagserscheinung. Zahlreiche Beweise für seine Hypothese bringt Stekel teils aus den Werken von Dichtern (Goethe, Hebbel, Storm, Shakespeare), teils aus der Geschichte (Kaligula, Robespierre, Borgia). Der Dichter ist zugleich wie das Kind, universell kriminell, er ist ebenso wie der Neurotiker ein Kind, beide stecken noch im psychischen Infantilismus.
Von den Verbrechern werden natürlich unter Ausschluss der Geisteskranken unter ihnen (Lombroso) nur diejenigen betrachtet, die nicht die Stärke in sich