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Die vorliegende Studie ist ein aussergewöhnlich gut beschriebenes Essay und so gemacht, dass es das Interesse des praktischen Arztes im allgemeinen an der Psychoanalyse vom theoretischen wie vom praktischen Standpunkt erwecken muss. Dr. Frink ist fraglos einer der wenigen Ärzte in Amerika, die die psychoanalytische Theorie begriffen haben und die das notwendige Geschick für ihre technische Handhabung besitzen. Schliesslich ist er imstande — und dies ist eine vom erzieherischen Standpunkt aus sehr hoch zu veranschlagende Eigenschaft — ein deutliches Englisch zu schreiben. — Zunächst teilt er die Psychoneurosen in die drei heute wohlbekannten Unterabteilungen ein. Hysterische Konversion, Angsthysterie und Zwangsneurose und dann stellt er die hauptsächlichen Charaktereigenschaften jeder Gruppe dar. Es ist nur bedauerlich, dass er noch immer an den ungeeigneten Ausdrücken „anxiety” und „compulsion” festhält, während er „apprehension” und „obsession” meint.
Er will damit die Existenz von unbewussten Komplexen im Geiste und ihren Einfluss in der Detiminierung des Verhaltens des Individuums illustrieren, und verweist hiebei auf posthypnotische Phänomene. Sodann weist er darauf hin, von welcher Bedeutuug es sei, diese Komplexe ins Bewusstsein zu heben. Die Methode der „freien Assoziation” wird einfach und klar beschrieben, und es folgt sodann eine Erklärung der Bedeutung und des Wesens der Unterdrückung. Dass der Inhalt der unterdrückten Komplexe nicht immer sexueller Natur ist, ein Irrtum, an dem die Nichtfreudianer hartnäckig festhalten, wird vollkommen klar gemacht. Desgleichen die Tatsache, dass die neurotischen Symptome verkleidete Wunscherfüllungen sind. In diesem Zusammenhange glaube ich auf einen Irrtum des Autors hinzuweisen, wenn er auf die inkorrekte Benützung des Wortes „geniessen” (enjoy), in der Phrase „schlechte Gesundheit geniessen” („enjoy poor health”) aufmerksam macht. Die Phrase bezieht sich auf Personen, die an anderen Krankheiten neben den Neurosen leid