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Es handelt sich hier um einen sehr ehrgeizigen Versuch, die ganze psychoanalytische Theorie und ihren Zusammenhang mit allen Kundgebungen normaler und abnormaler Gedankenführung aufzurollen. Doch bei dem engen Raume, in dem der Autor diese Riesenaufgabe durchzuführen sucht, ist er nicht imstande, sich ganz klar auszudrücken. In der Unterabteilung seiner Schrift, die sich auf das Unbewusste bezieht, stellt er zwei Behauptungen auf, die nicht auf allgemeinen Beifall stossen werden, nämlich 1. „Die meisten der unbewussten Gedanken, die pathologischen Charakters sind, werden in der Kindheit aufgenommen.” 2. „Dass die psychischen und physischen Traumata im Leben der Erwachsenen, innerlich mit unbewussten pathologischen Prozessen oder psychischen Insulten sexueller Natur, die in der Kindheit vorgefallen sind, verknüpft sind.” Auch kann ich mich nicht mit der Behauptung einverstanden erklären (Seite 974), dass während der frei vor sich gehenden Assoziationen des Patienten der Arzt „seine Aufmerksamkeit …. auf anscheinend belanglose Details lenkt, als Mittel, um die Determination seines sexuellen infantilen Lebens zu entdecken”; ferner finde ich es nicht richtig, dass „die Widerstände im Geiste des Patienten durch Unwissenheit zur Zeit der traumatischen Erlebnisse erzeugt worden sind. Dr. Oberndorf behauptet fest, dass die Suggestion eine bedeutsame Rolle bei glücklichen Psychanalysen spielt und dass die blosse Erklärung, die Entdeckung der Komplexe eines Patienten müssen ein Verschwinden der Symptome herbeiführen, an sich eine mächtige Suggestion sei. Dass dem nicht so ist, scheint mir aus dem Umstand klar hervorzugehen, dass die Symptome nicht verschwinden, wenn wir nicht die Ursache finden, und dass die Patienten nie eine andere Erklärung als die richtige akzeptieren wollen. Dr. Oberndorf geht in seinen Psychoanalysen immer noch auf die Assoziationstechnik zurück, obgleich die meisten Forscher heute diese Methode, die Komplexe des Patienten herauszulocken, als mühsam, un